Sell in May - DADAT Bank Blog

Sell in May?

Börsenweisheiten gibt es so einige. Eine der bekanntesten, die man auch gerade jetzt wieder vermehrt zu hören bekommt, lautet: “Sell in may and go away!“ Doch wie verlässlich sind diese weisen Worte tatsächlich? Hier unser Fakten-Check:

  

Woher kommt's?

Die Börsenweisheit „Sell in may and go away“ geht laut Experten auf das Jahr 1935 zurück, als der Satz erstmals in den Medien erschien. Dem Wortlaut nach sollen Anleger im Mai ihre Wertpapiere verkaufen, da sich im Wonnemonat Mai viele Investoren in den Sommerurlaub verabschieden und damit die Umsätze an der Börse sinken. Die dadurch entstehenden Schwankungen an den Märkten können daher oftmals negative Auswirkungen für Anleger haben.

Etwas später wurde die Weisheit um den Zusatz „...but remember to come back in September“ erweitert. Anleger sollen demnach im September wieder verstärkt am Börsengeschehen teilnehmen, da zu diesem Zeitpunkt auch die Investoren wieder am Markt aktiv sind.

Was ist dran?

Soweit die Theorie. Doch was ist nun wirklich dran an der berühmten Regel? Die Experten der Fondsgesellschaft Fidelity International sind dem Spruch auf den Grund gegangen und haben die Börsenweisheit anhand der Entwicklungen des DAX über einen Zeitraum von 30 Jahren überprüft. Das Ergebnis: Tatsächlich konnte die Weisheit statistisch belegt werden. Wer innerhalb dieser 30 Jahre die Sell-In-May-Strategie befolgt hätte, wäre im Schnitt deutlich besser ausgestiegen als jemand, der die Strategie ignoriert hätte.

Das Ergebnis ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn sieht man sich die einzelnen Jahre im Detail an, zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Lediglich in 16 der 30 Jahre hätte das Befolgen der Börsenweisheit tatsächlich Früchte getragen. In den restlichen 14 Jahren hätten Sell-In-May-Anleger hingegen Verluste eingefahren. 16 zu 14 ist alles andere als eine sichere Bank und ähnelt eher einer 50:50-Chance auf Erfolg.

Eines der jüngsten Beispiele, die gegen die Weisheit sprechen, stammt aus dem Jahr 2017. Damals erzielte der DAX in der dritten Mai-Woche ein neues Allzeithoch, sehr zum Leidwesen der Sell-In-May-Anhänger.

Grundsätzlich ist es zwar richtig, dass die Monate Oktober bis April statistisch gesehen besser für Anleger sind. Aber daraus eine allgemein gültige Börsenregel abzuleiten wäre nicht seriös, wenn nicht sogar fatal. Wer dennoch die Weisheit befolgen möchte, sollte dies auf jeden Fall längerfristig – sprich über mehrere Jahre – durchziehen. Kurzfristige Sell-In-May-Tüfteleien sind hingegen meist nur ein Anlage-Glücksspiel mit 50 % Erfolgschance – nicht mehr und nicht weniger.

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