Wöchentliche Marktinfo KW42

 

MDAX kratzt wieder am Allzeithoch

Der Index zeigt sich weiterhin in einer sehr starken Verfassung und markierte vor wenigen Tagen ein neues Allzeithoch.

Der MDAX konsolidierte nach dem Hoch vom 02. Juni 2017 bei 25.765 Punkten. Aus dieser Konsolidierung brach der Index Mitte September 2017 aus. Am 28. September gelang sogar der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch und kletterte auf 26.203 Punkte. Nach diesem Hoch setzte der Index kurz zurück. Aber am alten Allzeithoch zeigte sich wieder Kaufinteresse. Der Index sollte in den nächsten Tagen und Wochen weiter zulegen. Kursgewinne in Richtung 27.500 Punkte sind durchaus möglich. Ein vorgeschalteter Rücksetzer in Richtung 25.765 Punkte, sollte eingeplant werden. Ein Rückfall unter diese Marke, könnte allerdings zu Abgaben in Richtung 25.000 Punkte führen.

PLATIN: Chance vertan

Die Bullen hatten bei Platin zuletzt die Chance, den Wert mit einem nachhaltigen Ausbruch über 941 USD weiter aus der Gefahrezone um 900 USD zu führen. Diese Möglichkeit wurde kläglich vergeben.

Widerstände: 941 + 967 + 990
Unterstützungen: 900 + 885 + 860 

Rückblick: Wie ein Stein sackte der Platinkurs ab Ende September nach dem Fehlausbruch über die Hürde bei 1.020 USD nach unten. Dieser Kursrutsch drückte den Wert unter die Unterstützungen bei 967 und 941 USD und konnte erst im Bereich der 900 USD-Marke gestoppt werden. Eine erste Erholungsbewegung wurde von den Bären bei 941 USD abgebremst und das Edelmetall setzte erneut zurück. Aktuell durchbrechen die Verkäufer bereits wieder die 920 USD-Marke.

Charttechnischer Ausblick: Im übergeordneten Bild kann davon ausgegangen werden, dass Platin einen tiefen Pullback an die im August überschrittene Abwärtstrendlinie vollzieht. Ob dabei die Tiefs von Mai und Juli den Einsturz bremsen können, ist aktuell fraglich. Zunächst dürfte der Wert jedoch bis 900 USD zurücksetzen. Wird die Marke unterschritten, käme es zum Test der 885 USD-Marke. Dort könnten die Bullen prinzipiell einen Boden ausbilden. Wird die Marke jedoch gebrochen, käme es zu einem Abverkauf bis 860 USD.

Für eine Stabilisierung würde aktuell erst der Anstieg über 941 USD sprechen. In diesem Fall könnte Platin bis 967 USD klettern.

UNITED HEALTH - Nächstes Ziel 220 USD

Die jüngsten Quartalszahlen lagen wieder über den Erwartungen. Der Wert ist eine brutale Cashflow-Maschine und könnte jetzt durchziehen.

UnitedHealth Group ist ein führendes Dienstleistungsunternehmen der Gesundheitsvorsorge. Das Kerngeschäft setzt sich aus Versicherungen und Gesundheitsfürsorge zusammen, die jeweils über die beiden Bereiche UnitedHealthcare und Optum erbracht werden. Langfristig ist der Wert klar bullisch und gehörte in den letzten Jahren zu den großen Outperformern. Die Fundamentaldaten stützen diese Entwicklung. Auf Sicht von 10 Jahren stieg der Umsatz von 75,4 auf 184,8 Mrd USD. Der Gewinn je Aktie legte von 3,42 auf 7,25 USD zu, die Dividende von 0,03 auf 2,63 USD (Rendite aktuell 1,55 %). Die forward P/E liegt bei 17-18 nach aktuell 23,2. Erstaunlich ist neben der Performance von über 1.000 %, seit der Finanzkrise, vor allem die extrem niedrige Schwankungsbreite über Jahre hinweg. Der Wert zieht schlichtweg seit Jahren durch. Einer der Gründe dürfte der stetig steigende freie Cashflow sein. In diesem Jahr soll dieser ein Rekordniveau von 12,6 Mrd USD erreichen, nach 8,1 Mrd USD im Vorjahr.
Nach den jüngsten Quartalszahlen startet der Wert erneut durch. Oberhalb von 200 USD rückt  ein Kursziel bei 220 USD in den Fokus.

Hier die Quartalszahlen:
UnitedHealth Group Inc. übertrifft im dritten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von $2,66 die Analystenschätzungen von $2,56. Umsatz mit $50,32 Mrd. unter den Erwartungen von $50,35 Mrd. / Quelle: Guidants News http://news.guidants.com

GILEAD - setzt sich auf den alten Abwärtstrend

Wie erwartet war Gilead auf der Suche nach einem Übernahmekandidaten, um die Milliarden an freiem Cashflow "unterzubringen". Seitdem geht es aufwärts, die mehrjährigen Abwärtstrends wurden überwunden.

Gilead Sciences Inc. ist ein unabhängiges und weltweit operierendes Biotechnologie-Unternehmen. Kernkompetenz ist die Entwicklung von therapeutischen Lösungen für die Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Der Wert befand sich eine lange Zeit in einer korrektiven Bewegung, die Abwärtstrends dominierten das Geschehen. Die fundamentale Entwicklung ist beeindruckend. In den zurückliegenden zehn Jahren ist der Umsatz von 4,2 auf 30,4 Mrd USD gestiegen, lag im Hoch aber auch schon bei 32,6 Mrd USD. Der Gewinn je Aktie ist von 0,84 auf 9.94 USD regelrecht explodiert. Der freie Cashflow lag in den letzten Jahren zwischen 12,2 und 19,5 Mrd USD. Lange musste man sich die Frage stellen, warum das Management die Mittel nicht für Zukäufe nutzt. Im August ist es endlich dazu gekommen. Gilead übernimmt Kite Pharma für 180 USD je Aktie, über 11 Mrd USD. In den meisten Fällen geben Aktien nach, wenn solche Summen für Übernahmen ausgegeben werden, hier jedoch nicht. Seitdem ging es spürbar aufwärts.
Die forward P/E liegt bei 11 nach aktuell 8,7 und durchschnittlich 20,0 in den letzten fünf Jahren.

Das Chartbild hat soch durch die Hinzugewinne der letzten Monate deutlich aufgehellt. Die dominierenden Abwärtstrends wurden überwunden und wirken nun stützend. Aktuell vollzieht der Wert einen Rücklauf an das Ausbruchsniveau bei 80 USD. Können die Bullen diesen Bereich verteidigen, ist ein erneuter Anstieg in Richtung 86-87 USD wahrscheinlich.

EUR/USD - Kommt eine zweite Erholungswelle?

Rückblick:
EUR/USD brachte in der abgelaufenen Handelswoche die avisierte „Aufwärtsreaktion in den Bereich 1,1780/1,1830 USD“, nach den Sitzungsprotokollen des FED-Meetings am Mittwochabend stieg das Paar dann sogar zeitweise bis auf 1,1880 USD. Im Bereich 1,1860/80 USD wurde die Luft aber ziemlich dünn für die Bullen und das Paar korrigierte kurz vor Wochenultimo einen Großteil der aufgelaufenen Erholungsgewinne. 

Ausblick:
Die bevorstehende Handelswoche hat im Hinblick auf die anstehenden Wirtschaftsdaten relativ wenig zu bieten - fast alle Konjunkturdaten sind eher in die Kategorie zweite Reihe einzustufen. Der Markt preist aktuell zu 83 % einen nächsten Zinsschritt der FED im Dezember ein, daran dürfte sich in den bevorstehenden Tagen wenig ändern. Der Wirtschaftsdatenkalender hat wie gesagt relativ wenig zu bieten in den kommenden Tagen, eventuell bringt die Draghi-Rede am Mittwochvormittag ein paar neue Impulse. 

Wie sieht das technische Bild aus?

Im Bereich 1,1775 USD befindet sich das 50 %-Retracement der Erholungswelle aus der vergangenen Woche. Kann dieses Level gehalten werden, stünde einer zweiten Erholungswelle in den Bereich 1,1879/90 USD aus charttechnischer Sicht wenig im Wege. Unterhalb von 1,1775 USD wäre hingegen ein weiterer Abverkauf Richtung 1,1660/90 USD einzuplanen.

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Enthaltene Zahlenangaben oder Kurs- bzw. Performanceentwicklungen beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater). So wird sichergestellt, dass das geplante Finanzprodukt den Bedürfnissen und Wünschen entspricht und die Risiken vollständig verstanden werden – unabhängig von den angeführten Informationen. Leser, welche auf Grund dieser veröffentlichten Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln in vollem Umfang auf eigene Gefahr und auf eigenes Risiko.

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Autor: BörseGo

Archiv

Wöchentliche Marktinfo KW41

 

DAX - Kursziel bei 15.170 Punkten!?

Der DAX zeigte sich die letzten Wochen extrem stark und korrigierte im Zuge der Kaufwelle kaum. Belohnt wurde dies mit einem neuen Allzeithoch. Aber ist der DAX dies auch "wert"?

Ein ganz starker September und bisher auch Oktober verhalfen dem Deutschen Aktienindex zu einem neuen Allzeithoch. Investoren wird es freuen, gleichzeitig aber auch eine Frage aufkommen lassen: ist der DAX zu teuer? Immerhin sind die Kurse seit dem Jahrestief 2016 bei 8.699 Punkten knapp 50 % gestiegen.

  1. Um dieser Frage auf fundamentaler Ebene nachzugehen, treffen wir zwei Annahmen:
  2. Die Marktteilnehmer nehmen zukünftige Entwicklungen vorweg.

Konsolidierungszonen im Chart stellen Gleichgewichtssituationen dar. Sie können als „faire Bewertung“ angesehen werden. Sie werden verlassen, sollten sich die zukünftigen Rahmenbedingungen verändern.

Mit diesen beiden Annahmen brauchen wir nur einen Blick auf den Chart zu werfen, um den fairen Wert des Dax für das Jahr 2016 zu ermitteln. Wir brauchen lediglich nach Konsolidierungszonen Ausschau halten. Abbildung 1 zeigt den Deutschen Aktienindex über die letzten zwei Jahre.

Unschwer zu erkennen ist, dass der Dax in 2016 konsolidierend im Sinne einer Bodenbildung unterwegs war. Im Rahmen dieser lassen sich zwei Handelsschwerpunkte auf Basis des kumulierten Volumens (nicht dargestellt) ausmachen. Der erste Handelsschwerpunkt liegt um 9.950 Punkte und der zweite bei 10.675 Punkten. In beiden Preisbereichen wurde extrem viel gehandelt. Bullen und Bären empfanden diese Preisniveaus angesichts der damaligen Rahmenbedingungen als fair und handelten dementsprechend lange um diese Kursniveaus herum seitwärts.

Wie stand es damals um die Fundamentals? Um eine Abschätzung für 2017 vornehmen zu können, müssen wir im zweiten Schritt den „gehandelten Dax-Preisen“ einen fundamentalen Wert zuordnen. Hierfür greifen wir auf die Gewinne je Aktie zurück. In 2016 summierten sich diese über alle 30-Dax-Aktien auf 133,57 EUR. Diese Daten lagen während des Jahres 2016 natürlich noch nicht vor, jedoch haben wir unseren Überlegungen vorangestellt, dass die Börse die Zukunft handelt. Insofern ließe sich formulieren, dass kumulierte Gewinne der Dax-Aktien in Höhe von 133,57 EUR mit 9.950 Punkten bzw. 10.675 Punkten (unsere Konsolidierungszonen) bewertet und als fair empfunden wurden.

Hat man 2017 übertrieben? Mit diesem Status quo können wir nun abschätzen, inwieweit man in 2017 übertrieben hat. Dazu werden die Wachstumsaussichten der Dax-Unternehmen in diesem Jahr ausgewertet. In Abbildung 2 sind die Wachstumsschätzungen für 2017 je Aktie aufgelistet. In Adidas geht man beispielsweise von einem Gewinn von 5,75 EUR in diesem Jahr aus, während in 2016 5,08 EUR je Aktie verdient wurden. Daraus ergibt sich ein erwartetes Wachstum von 13,19 %, welches im Diagramm abgetragen wurde.

Auffälligkeiten gibt es dabei bei der Deutschen-Bank-Aktie, sowie E.ON und RWE. Alle drei erwirtschafteten in 2016 einen Verlust je Aktie, während für dieses Jahr mit einem positiven Ergebnis gerechnet wird. Dies führt dazu, dass sich mathematisch keine vernünftige Wachstumsrate ermitteln lässt. Bei E.ON und RWE kommt hinzu, dass diese aufgrund ihrer Umstrukturierungen nicht mehr die gleichen Aktien wie in 2016 sind, womit ein Vergleich zusätzlich erschwert wird. Der letzte Eintrag im Diagramm ist das kumulierte Ergebnis für alle Dax-Aktien für dieses Jahr. Demnach wird in 2017 über alle Dax-Aktien mit einem Wachstum von knapp 32 % gerechnet.

Schätzung und Realität In der folgenden Abbildung sehen Sie die „tatsächliche“ Wachstumsrate in 2017 auf Basis der bisherigen Quartale. Unschwer zu erkennen ist, dass man über den Erwartungen von 32 % liegt. Mit Blick auf die ersten beiden Quartale konnten Wachstumsraten von 42,11 % gegenüber dem Vorjahr (gleicher Zeitraum) gemeldet werden.

Der faire Wert des DAX in 2017  Mit den bisherigen Überlegungen haben wir alle Daten zusammen, um eine Einschätzung für 2017 abgeben zu können. Demnach können Investoren aufatmen, denn von einer Übertreibung kann angesichts von Kursen knapp unterhalb von 13.000 Punkten noch nicht gesprochen werden. War der Index 2016 mit den damaligen Unternehmensgewinnen bei 9.950 Punkten fair bewertet, würde sich bei einem unterstellten Wachstum von 32 % ein rechnerisch fairer Wert für 2017 bei ca. 13.135 Punkten ergeben. Wird der zweite Gleichgewichtspreis bei 10.675 Punkten aus dem vergangenen Jahr als Basis herangezogen, hätte der Index sogar noch Platz bis auf 14.100 Punkte.

Noch höhere Kursziele ergeben sich, wird die bisherige Wachstumsrate in 2017 von 42,11 % auf das Gesamtjahr übertragen. Das Minimalziel im Dax läge dann bei ca. 14.150 Punkten. Ausgehend von 10.675 Punkten würde sich sogar ein rechnerisches Kursziel von 15.170 Punkten ermitteln lassen.

Zusammenfassung Das einzig sichere an der Börse ist deren Unsicherheit. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die vorliegende Überlegung zu werten. Argumentativ schlüssig hegt sie keinen Anspruch auf absolute Korrektheit, sondern stellt lediglich den Versuch dar, ausgehend von den Wachstumsraten in 2017 eine Orientierung für den fairen Dax-Wert zu finden. Im Rahmen dieser Überlegungen kommen wir zu dem Schluss, dass im Dax noch keine Übertreibung vorliegt. Im Gegenteil. Je nach Rechnung hätte der Index sogar noch ordentlich Potenzial. Bei einem rechnerischen Ziel von 15.170 Punkten dürften die Kurse sogar noch ca. 17 % zulegen. Investoren dürfte diese Nachricht freuen. Abzuwarten bleibt, ob der Dax unsere Argumentation folgen wird.

PLATIN: Kein leichtes Unterfangen

Platin hat sich nach den massiven Verlusten der Vormonate stabilisieren können und arbeitet an einer kurzfristigen Fortsetzung der derzeitigen Erholung. Dabei stellt sich dem Edelmetall eine starke Barriere in den Weg.

Widerstände: 941 + 967 + 990  Unterstützungen: 920 + 900 + 885  Rückblick: In den vergangenen Tagen konnten die Bullen bei Platin einen kurzfristigen Boden an der Unterstützung bei 900 USD ausbilden und damit den steilen Abwärtstrend seit Anfang September abbremsen. Mit der Rückeroberung der beiden früheren Haltemarken bei 920 und 927 USD gelang ihnen im gestrigen Handel ein weiteres bullisches Signal. Allerdings setzte der Wert nach dem Erreichen der Hürde bei 941 USD wieder leicht zurück.

Charttechnischer Ausblick: Die Baisse bei Platin ist nach wie vor intakt und wurde auch durch die jüngste Erholung noch nicht in Frage gestellt. Dennoch könnten die Bullen jetzt bei einer Verteidigung der 920 USD-Marke die Weichen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung stellen. Wird die 941 USD-Marke anschließend überschritten, könnte das Edelmetall zügig bis 967 USD klettern. Ein Ausbruch über den Widerstand hätte ein Kaufsignal mit einem ersten Ziel bei 990 USD zur Folge.

Abgaben unter 920 USD würden den Abwärtstrend dagegen reaktivieren und für Verluste bis 900 USD sorgen. Darunter käme es zu einer steilen Verkaufswelle bis 885 und 860 USD.

UPS - Sie kann wieder durchstarten

Der Transportsektor in den USA war zuletzt sehr stark. Die Aktie von UPS besitzt nach einem Rücksetzer gute Chancen auf eine Trendfortsetzung.

Transportwerte waren die Gewinner in den vergangenen Handelswochen. Schauen Sie sich nur die Charts der Aktien von Fedex oder der Deutschen Post an! Aber auch die Kursentwicklung der UPS-Aktie kann sich sehen lassen. Die absolvierte Konsolidierung bietet wieder Einstiegschancen.

So hat der Wert zuletzt im Unterstützungsbereich zwischen 117,00 und 116,50 USD nach oben gedreht. Dort wird in Kürze auch der EMA50 auftreffen. Hält diese Zone also auch in Zukunft, könnte die eingeleitete Aufwärtsbewegung sich weiter fortsetzen. Das Hoch bei 120,95 USD wäre das erste Ziel, darüber notiert bei 125,40 USD ein Fibonacci-Ziel. Ein Bruch des EMA50 wäre dagegen bärisch zu werten.

Jahr

2016

2017e*

2018e*

Umsatz in Mrd. USD

60,91

64,53

68,00

Ergebnis je Aktie in USD

5,75

6,01

6,45

KGV

21

20

18

Dividende je Aktie in USD

3,12

3,32

3,48

Dividendenrendite

2,62%

2,79%

2,93%

*e = erwartet

 

 

 

FRAPORT - Konsolidierung könnte in Kürze enden

Fraport veröffentlichte die Verkehrszahlen für September und konnte dabei Zuwächse verzeichnen. Die Aktie steht vor einem technischen Kaufsignal.

Der Flughafen-Betreiber Fraport hat seine Verkehrszahlen für den Monat September präsentiert. Zum zehnten Mal in Folge stieg die Zahl der Passagiere am Flughafen Frankfurt. Im September wurden 6,23 Mio. Personen befördert, was einem Anstieg von 5,4 % gegenüber dem Vormonat entspricht. Auch das Fracht- und Postvolumen erhöhte sich, und zwar um 4,3 % auf 184.614 Tonnen.

Die Fraport-Aktie bewegt sich seit August in einer Konsolidierung. Um 79,00 EUR konnte sich der Titel aber wiederholt stabilisieren. Die jüngste Erholung führte den MDAX-Titel zurück an den Abwärtstrend, der bei rund 82,50 EUR verläuft. Wird dieser in den kommenden Tagen überwunden, steht einem Anstieg auf neue Hochs wenig im Weg. Einzig das Zwischenhoch bei 84,80 EUR könnte als Etappenziel genannt werden. Unter 78,00 EUR dürfte sich die Konsolidierung dagegen preislich wie zeitlich ausdehnen. Bei 70,42 EUR liegt für dieses Szenario die nächste Supportmarke im Chart.

Jahr

2016

2017e*

2018e*

Umsatz in Mrd. EUR

2,59

2,92

3,11

Ergebnis je Aktie in EUR

4,06

3,42

3,95

KGV

20

24

21

Dividende je Aktie in EUR

1,50

1,50

1,64

Dividendenrendite

1,83%

1,83%

2,00%

e* = erwartet

 

 

 

Geheimabkommen: Droht der Dollar-Kollaps?

Ein für vier Jahrzehnte geheim gehaltenes Abkommen zwischen Saudi-Arabien und den USA steht auf der Kippe und könnte das bisherige Weltfinanzsystem zum Kollaps bringen. Die Schlüsselrolle dabei spielt China.

Die Vorherrschaft des US-Dollars als weltweit wichtigste Reservewährung ist nicht nur der wirtschaftlichen Stärke der USA zu verdanken, sondern auch Folge von Geheimdiplomatie. Nach dem Ende des sogenannten Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970er Jahre drohte der Dollar rapide an Bedeutung zu verlieren. Im Bretton-Woods-System hatten sich die damals wichtigsten Notenbanken noch verpflichtet, ihre Reserven vor allem in Dollar und nicht in Gold zu halten. Nach dem Ende von Bretton Woods drohte ein Dollar-Kollaps. Denn die Goldbindung des Dollars wurde aufgehoben und ausländische Notenbanken hatten immer weniger Gründe, ihre Reserven vor allem im Dollarraum anzulegen.

Durch geschickte Geheimdiplomatie konnten die USA aber einen rapiden Bedeutungsverlust des Dollars verhindern. Eine wichtige Rolle spielte dabei der damalige US-Finanzminister William Simon, ein früherer Anleihehändler der US-Investmentbank Salomon Brothers, der im Auftrag von US-Präsident Richard Nixon ein Geheimabkommen mit der Ölmacht Saudi-Arabien aushandelte, um den Dollar zu stützen.

Das Geheimabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien führte zum sogenannten Petrodollar-System mit den folgenden Entwicklungen:

  • Die USA beziehen ihr Öl vor allem aus Saudi-Arabien
  • Saudi-Arabien verkauft sein Öl in Dollar und nicht in anderen Währungen
  • Wer Öl kaufen will, muss sich deshalb Dollar beschaffen (---> künstliche Dollarnachfrage)
  • Saudi-Arabien legt seine Erlöse aus Ölverkäufen in US-Staatsanleihen an (---> künstliche Nachfrage nach US-Staatsanleihen)
  • Die USA schützen Saudi-Arabien militärisch und liefern moderne Waffentechnik an das arabische Land

Das Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien wurde für vier Jahrzehnte geheim gehalten. Auch wenn ein solches Abkommen von vielen Beobachtern vermutet wurde, gab es keine offizielle Bestätigung dafür. Alles wurde hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Jahrzehntelang war es ein offenes Geheimnis, dass Saudi-Arabien riesige Beträge (zuletzt mehr als 100 Mrd. Dollar) in US-Staatsanleihen geparkt hatte, aber das Land tauchte in der Statistik des US-Finanzministeriums über ausländische Halter von Staatsanleihen nicht auf. Erst eine Anfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg im vergangenen Jahr führte zu einer ersten offiziellen Bestätigung des Abkommens, dessen Nachwirkungen wohl bis heute zu einer künstlichen Nachfrage nach US-Dollars und US-Staatsanleihen führen.

China gefährdet das Petrodollar-System Doch das so sorgsam austarierte System könnte jetzt kollabieren. Verantwortlich dafür ist der wirtschaftliche Aufstieg Chinas. Das Reich der Mitte kritisiert schon seit Jahren die Rolle des Dollars als weltweit wichtigste Reservewährung. China will die eigene Währung internationalisieren und hat es dabei vor allem auf den Rohstoffhandel abgesehen.

China will offenbar noch in diesem Jahr den Handel von Öl-Futures in der Landeswährung Yuan starten. Das Land ist inzwischen zum weltweit größten Öl-Importeur aufgestiegen. Die neuen chinesischen Future-Kontrakte auf Öl sollen auch in physischem Gold bezahlt werden können. Dies hätte zur Folge, das Ölkäufer nicht mehr darauf angewiesen wären, sich Dollars zu beschaffen, um damit Öl zu erwerben. Die chinesischen Öl-Kontrakte könnten auch zum neuen Öl-Benchmark werden und die in US-Dollar notierten Ölsorten WTI und Brent Crude unwichtiger werden lassen. Länder, die unter US-Sanktionen leiden, könnten ihr Öl zudem in China verkaufen, was auch zu einem politischen Bedeutungsverlust der USA führen würde.

Sollten die chinesischen Pläne verwirklicht werden, droht ein rapider Bedeutungsverlust des Dollars. Wird Öl nicht mehr in Dollar, sondern vor allem in Yuan gehandelt, werden Ölkäufer sich keine Dollar mehr beschaffen müssen, was die Nachfrage nach der US-Währung insgesamt mindert. Länder wie Saudi-Arabien werden zudem weniger Geld im Dollarraum anlegen, wodurch die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sinken dürfte. Besonders bedeutsam wird das dadurch, dass auch die US-Notenbank gerade mit der Reduzierung ihrer Bilanzsumme begonnen hat und künftig weniger US-Staatsanleihen halten wird.

Kurzfristig deuten sowohl fundamentale als auch charttechnische Überlegungen eher einen stärkeren US-Dollar an. In den kommenden Jahren aber könnte eine massive Dollarschwäche drohen, sollten die chinesischen Pläne in die Realität umgesetzt werden.

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Enthaltene Zahlenangaben oder Kurs- bzw. Performanceentwicklungen beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater). So wird sichergestellt, dass das geplante Finanzprodukt den Bedürfnissen und Wünschen entspricht und die Risiken vollständig verstanden werden – unabhängig von den angeführten Informationen. Leser, welche auf Grund dieser veröffentlichten Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln in vollem Umfang auf eigene Gefahr und auf eigenes Risiko.

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Autor: BörseGo

Wöchentliche Marktinfo KW40

DAX - Jahresendspurt möglich

Der DAX bildete nach dem Hoch aus dem Jahr 2015 bei 12.390 Punkten eine große bullische Flagge aus. Aus dieser brach der Index im August 2016 nach oben aus. Danach lief er zunächst oberhalb der Flagge seitwärts. Mit dem Ausbruch über 10.802 im Dezember 2016 startete eine starke Kaufwelle, welche zu einem Allzeithoch bei 12.951 Punkten führte.

Anschließend konsolidierte der Index deutlich und fiel im Wochenchart auf seinen EMA 50 zurück. Knapp darüber kam es zu einer Bodenbildung in Form eines Doppelbodens. Zuletzt zog der DAX wieder deutlich an. In dieser Woche kratzte er am Allzeithoch und notierte sogar schon darüber.

Gelingt dem DAX ein stabiler Ausbruch über 12.951 Punkte, dann könnte der Index in den restlichen Monaten des laufenden Jahres noch deutlich ansteigen und gegenüber dem Dow Jones einiges an Performance aufholen. Ein Anstieg in Richtung 14.000 Punkte bis zum Jahresende, wäre keine große Überraschung. Sollte der DAX aber am Allzeithoch scheitern, müsste zunächst einmal mit Abgaben in Richtung 12.390/12.301 Punkte gerechnet werden.

PLATIN: Abwärtsdruck hält an

Platin befindet sich seit Wochen in einer steilen Verkaufswelle und droht jetzt bis an den Ausgangspunkt des letzten mittelfristigen Aufwärtstrends zu fallen. Kann dort eine Bodenbildung einsetzen?
Widerstände: 927 + 941 + 967 
Unterstützungen: 900 + 885 + 860 

Rückblick: Anfang September setzte bei Platin ein steiler Kurseinbruch ein, der die Zugewinne der vorherigen Monate schlagartig zunichtemachte. Der Auftakt für den Einbruch war das Unterschreiten der Kreuzunterstützung bei 990 USD. Dieses kurzfristige Verkaufssignal weitete sich in den folgenden Tagen zu einer massiven Abwärtswelle aus, die Platin aktuell an die kleine Unterstützung bei 900 USD führt. Kurz vor der zentralen Haltemarke bei 885 USD versuchen sich die Käufer aktuell gegen ein mittelfristiges Verkaufssignal zu wehren.

Charttechnischer Ausblick: Es steht viel auf dem Spiel für das Edelmetall. Ein Bruch der 900 USD-Marke würde zum Angriff auf den zentralen Support bei 885 USD führen, der im Mai und Juli noch als solide Unterstützung fungiert hatte. Daher ist davon auszugehen, dass dieser Bereich für eine Bodenbildung genutzt werden kann und anschließend die 927 USD-Marke zurückerobert wird.

Doch erst ein Ausbruch über 941 USD – ob nun mit einer Korrektur bis 885 USD oder vom jetzigen Kursniveau aus- wäre aktuell bullisch zu werten. Damit hätte der Wert die Chance bis 967 USD zu steigen. Bricht Platin dagegen auch unter 885 USD ein, wäre ein weitreichendes Verkaufssignal mit einem ersten Ziel bei 860 USD aktiv.

CHECK POINT SOFTWARE - Da ist noch mehr drin!

Die Aktie von Check Point Software steht kurz vor neuen Allzeithochs. Das Aufwärtsmomentum ist da, nun müssen die Käufer aber nachlegen.
Die Konsolidierungsphase könnte mit der Kursentwicklung in dieser Woche enden. Ein starkes mittelfristiges Kaufsignal ist möglich.

Der alles entscheidende Widerstand liegt bei 116,70 USD. Kann diese Hürde per Tagesschlusskurs genommen werden, liegt das nächste Fibonacci-Ziel bei 123,00 USD. Aktuell ist das Chartbild bullisch zu werten und der nächste Kaufimpuls könnte eingeleitet werden. Bei 114,40 USD befindet sich eine kleine Unterstützung im Chart. Unter 109,94 USD wäre die Aufwärtstrendstruktur dagegen zerstört.

Jahr

2016

2017e*

2018e*

Umsatz in Mrd. USD

1,74

1,87

2,00

Ergebnis je Aktie in USD

4,72

5,19

5,66

Gewinnwachstum

9,96%

9,06%

KGV

25

22

20

KUV

11,0

10,3

9,6

PEG

2,2

2,3

*e = erwartet

PFEIFFER VACUUM - Willkommen zurück!

Ein kleines Kursfeuerwerk fackeln die Bullen in Pfeiffer Vacuum ab - und das anscheinend ganz ohne News. Wissen einige vielleicht mehr?
Punktgenau scheiterten die Käufer in Pfeiffer Vacuum im August zum zweiten Mal bei 145,45 EUR, was den dortigen Widerstand bestätigte und im Gegenzug zu einem Test der Unterstützung bei 134,50 EUR führte. Dort prallten die Kurse zunächst zwar noch nach oben ab, jedoch fiel der Support Mitte September.

Mit diesem kurzfristig bärischen Signal (formationstechnisch wurde ein Doppelhoch vollendet), drohte der Aktie eine größere Korrektur oder gar ein Abwärtstrend. Dieses Szenario darf jedoch nicht zuletzt auch wegen der aktuellen Kursentwicklung hinterfragt werden. Nach einer längeren Seitwärtsbewegung direkt unterhalb der alten Unterstützung bei 134,50 EUR kann diese deutlich zurückerobert werden. Gelingt dies nachhaltig, wären weitere Gewinne auf 140 und 145,45 EUR möglich. Sollte der Anstieg abverkauft werden und die Kurse wieder unterhalb von 133,40 EUR notieren - müssten neue Tiefs eingeplant werden.

Wie gefährlich sind ETFs?

ETFs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, doch gerade dieser Erfolg macht sie zu einem Systemrisiko.
Warren Buffett nannte Derivate einmal finanzielle Massenvernichtungswaffen. ETFs sind nun keine Derivate, aber ihre Verbreitung birgt nicht weniger Gefahren. Buffett rät vielen Anlegern, dass sie am besten einen Index-Fonds mit geringen Kosten kaufen sollten. Vor einigen Jahren war das noch ein guter Rat. Inzwischen ist diese Empfehlung geradezu fahrlässig, denn ETFs können für Anleger gigantische Verluste bringen.

Vor mittlerweile zwei Jahren bekamen Anleger einen Vorgeschmack darauf. Am 24. August 2015 fiel so mancher ETF um mehr als 30 %. Grafik 1 zeigt eine Auswahl an ETFs, die betroffen waren. Die tatsächliche Liste ist sehr, sehr lang und kann hier nicht abschließend dargestellt werden. Das ist auch nicht notwendig, denn das Problem wird auch durch die genannten Beispiele gut illustriert.

Am 24. August ging es mit dem Markt abwärts. Der S&P 500 verlor in der Spitze 5 %. Das ist schon ein gewaltiger Einbruch, doch im Vergleich zu den ETFs war das gar nichts. Einige ETFs, die den S&P 500 abbilden, verloren über 20 % an Wert. Besonders pikant waren die Verluste von ETFs, die mit den Prädikaten konservativ und geringe Volatilität bezeichnet sind. Der iShares ETF, der im Namen schon eine konservative Allokation verspricht, verlor über 50 %. Der ETF, der im Namen mit geringer Volatilität wirbt, verlor über 40 %. Was ist da also schiefgegangen?

Für den ETF Crash gibt es eine gute Erklärung. ETFs beinhalten zwar die Werte eines Index, den sie abbilden, doch Anleger handeln diese Werte nicht direkt. Ein ETF ist praktisch wie eine Aktie, deren Kurs durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Will jeder verkaufen, aber niemand kaufen, kann der ETF Kurs massiv vom Index, den er abbildet, abweichen. Genau das geschah 2015. Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen?

Eine unglückliche Verkettung von Umständen führte zu dem Selloff. Für Aktien wie auch für ETFs gibt es Market Maker. Diese stellen Liquidität zur Verfügung. Will jemand seinen ETF verkaufen, findet auf dem freien Markt aber keinen Käufer, springen für gewöhnlich Market Maker ein.

Am 24. August 2015 war das nicht der Fall. Market Maker für ETFs stellen nach dem Arbitrage Prinzip Liquidität zur Verfügung. Jeder ETF hat einen inneren Wert. Dieser Wert ist der Wert aller Einzelkomponenten des Index. Beim Dax entspricht der faire Wert eines Dax-ETF also der Summe der Werte aller 30 Dax-Komponenten.

Nehmen wir an, ich wollte meinen S&P 500 ETF losschlagen. Der faire Wert des ETF liegt bei 100. Zu diesem Preis findet sich aber kein Käufer. In diesem Fall stellt mir ein Market Maker einen Kurs, der knapp unterhalb des fairen Wertes liegt. Ich kann dann z.B. zu 99.9 verkaufen. Der Market Maker stellt diese Liquidität zur Verfügung und streicht gleichzeitig einen Gewinn ein, da er mir den ETF unterhalb des fairen Wertes abnimmt.

Damit diese „Arbitrage-Liquidität“ funktioniert, müssen Market Maker wissen, was der faire Wert ist. Das war am 24. August zur Handelseröffnung nicht möglich. Viele Einzelaktien waren vom Handel ausgesetzt. Wenn es keine Kurse gibt, lässt sich der faire Wert nicht bestimmen. Market Maker stellten also keine Kurse. Der Markt war ganz auf sich alleine gestellt.

Da jeder verkaufen wollte, kam es zum Crash. Erst eine Stunde nach Handelsbeginn normalisierte sich die Lage. Die meisten Aktien waren wieder handelbar und so begann das Market Making wieder zu funktionieren. Wer einen automatischen Stop Loss auf seinen Positionen hatte, verlor je nach ETF zwischen 20 % und 60 %.

ETFs können also richtig gefährlich sein. Je beliebter sie werden, desto problematischer ist die Lage. Da ETFs passive Anlageinstrumente sind, werden immer weniger Aktien aktiv gehandelt. Aktiver Handel findet statt, wenn Anleger das Gefühl haben, dass ein Einzelwert über- oder unterbewertet ist. Je mehr Anleger sich dafür nicht mehr interessieren, desto weniger aktiver Handel findet statt.

So mancher ETF mag als Gesamtkonstrukt sinnvoll sein. Da durch einen ETF aber pauschal Dutzende oder Hunderte Einzelwerte gekauft werden, kommt es zu Verzerrungen. So manche Aktie im S&P 500 wird durch ETFs hochgekauft und weist astronomische Bewertungen auf. Betrachtet man diese Unternehmen für sich, würde man die Finger davon lassen. Wer hingegen einen ETF kauft, kann solche Aktien nicht außenvorlassen und trägt zu weiterer Überbewertung bei.

Je mehr Anleger ETFs kaufen, desto geringer wird der aktive Handel und der Float (frei handelbare Aktien). Je mehr frei handelbare Aktien zur Verfügung stehen, desto liquider ist ein Wert – grob gesagt. ETFs graben Einzelaktien Liquidität ab, sodass es wie im August 2015 wegen fehlender Liquidität bei Einzelwerten zu Handelsstopps kommt. Kommt es zu diesen Stopps, gibt es für die ETFs kein Market Making mehr und sie brechen ein. Ein Teufelskreis.

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