Wiener Börse - Trump-Aussagen erden ATX / Leitindex verliert 0,4 Prozent - Trump-Rede ohne Neuigkeiten zu Friedensprozess - Späte Unterstützung durch Hormuz-Neuigkeiten
APA | 02.04.26 | 18:18
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Nach der kräftigen Kurserholung zur Wochenmitte sind die Anleger am Wiener Aktienmarkt am Donnerstag durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump geerdet worden. In seiner Rede zum Iran-Krieg nannte Trump keine neuen Details zu möglichen Verhandlungen, sondern bekräftigte seine Eskalationsdrohungen. Erst im späten Handel wurden die Abgaben nach einer Meldung über einen iranischen Plan zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz etwas eingedämmt.
Insgesamt mieden die Marktakteure vor dem langen Osterwochenende aber größere Risiken. Nach dem zuvor starken Wochenverlauf gab der ATX um 0,36 Prozent auf 5.457,38 Punkte nach, konnte dabei jedoch zwischenzeitliche Verluste von bis zu gut zwei Prozent deutlich eingrenzen. Für die Karwoche ergibt sich damit für den österreichischen Leitindex ein Plus von 3,5 Prozent.
Der ATX Prime büßte am Berichtstag 0,35 Prozent auf 2.706,98 Zähler ein. Moderate Abgaben verbuchten zudem die meisten anderen europäische Börsenbarometer. Der nächste Handelstag an der Wiener Börse ist am kommenden Dienstag.
Trump-Rede ohne Neuigkeiten zu Friedensprozess
Trump stellte in seiner Rede zwar erneut ein Ende des Krieges in Aussicht, bekräftigte aber frühere Drohungen. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen, sagte Trump. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben, potenziell wie schon angekündigt auch gegen Kraftwerke des Landes. Am Montag, dem 6. April, läuft die von ihm verlängerte Frist zur Zerstörung von Energieanlagen aus, mit der Trump die Öffnung der Straße von Hormuz erzwingen will.
Am Nachmittag folgte die Meldung der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA, wonach der Iran mit Oman ein Protokoll ausarbeitet, um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz zu überwachen. Dabei gehe es unter anderem um eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge, hieß es unter Berufung auf den stellvertretenden iranischen Außenminister.
Versorger- und Ölwerte gesucht
Gewinne gab es vor allem bei den Versorger- und Ölaktien. Europaweit zählten Werte aus den Branchen zu den Favoriten, da sie tendenziell zu den Profiteuren höherer Energiepreise zählen. Den ersten Platz im ATX nahmen die Verbund-Anteile mit plus 4,4 Prozent ein. Zudem sehen die Analysten der Erste Group mögliche positive Effekte durch die am Mittwochvormittag von der EU-Kommission vorgeschlagenen Anpassungen des Emissionshandelssystems (ETS), die relativ geringe Änderungen vorsehen würden. Dies könne die CO2-Preise zumindest kurzfristig stützen, erwartet Erste-Analyst Petr Bartek, was wiederum positiv für Strompreise und den Verbund wäre.
Gesucht waren auch die OMV-Aktien, die sich um 2,1 Prozent auf 62,90 Euro erholten. Die Privatbank Berenberg hob ihr Kursziel für die Papiere von 53 auf 56 Euro an, bestätigte jedoch ihre Halteempfehlung. Während die OMV von höheren Ölpreisen und Raffineriemargen profitieren und auch höhere Margen im Chemiebereich möglich seien, blieben die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Iran auf die Aussichten für Borouge weiterhin unklar, schrieben die Berenberg-Analysten.
Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel für Lenzing von 25 auf 21 Euro und bestätigte die Halteempfehlung. Lenzing-Titel gaben um 2,1 Prozent auf 23,05 Euro nach. Er sei zwar optimistisch für den mittelfristigen Ausblick der Lenzing, eine Erholung der Fasernachfrage könnte aber noch länger auf sich warten lassen, schrieb Analyst Lars Vom-Cleff.
Inzwischen stufte Erste Group Research CA Immo von "Buy" auf "Accumulate" ab und senkte das Kursziel von 28,0 auf 26,8 Euro. Analyst Christoph Schultes begründete gesenkte Schätzungen mit dem schrumpfenden Portfolio und einem schwierigeren Umfeld für Immobilienaktien. CA Immo schlossen ein Prozent tiefer bei 25,04 Euro.
spa/sto
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