Marktinfo

Wöchentliche Marktinfo KW23

DAX-Tagesausblick: Richtungssuche bei 24800

Die DAX Kurszone 24800 schützt vor einem DAX Indexrückgang Richtung der 200-Tages-Linien bei ca. 24175/24000. Die Richtungssuche bei 24800 läuft noch...

BASISWERT - DAX 24945

DAX - Vorbörse: 25890

VDAX NEW: 18,49

Widerstände: ➡️ 24928 + 25000 + 25060 + 25125 + 25204 (R3-XETRA) + 25414 (R3-GBE)

Unterstützungen: ➡️ 24793/24788 + 24669 (S3-XETRA) + 24344 (S3-GBE)

DAX-Rückblick:

  • Der DAX verteidigte gestern eine wichtige Haltelinie bei 24800, kam aber nicht überzeugend in Schwung, schon bei 25000 war Schluss.
     Die Schließung des neuen "island gaps" (25003 > 25061) wurde verhindert.

DAX-Prognose:

  • 🔵 Die DAX Kurszone 24793/24788 schützt vor einem DAX Indexrückgang Richtung der 200-Tages-Linien bei ca. 24175/24000.
     Hält sich der DAX über 24793/24788, so kann der Handel heute nach einem schwächeren Start mit möglichen Tiefs bei 24793/24788 im Anschluss erneut bis 25000 steigen und über 25000 sogar bis 25061 (island gap fill) sowie 25125 (Schlusskurs-Gap) hochziehen. Höher als 25204 (R3) steigt der DAX heute kaum.
  • 🔴 Kann das Niveau 24793/2478 nicht gehalten werden, so taucht der DAX heute Richtung 24669 (Pivot S3) ab und würde dann wohl bald auch die beiden 200-Tages-Linien (SMA + EMA) bei 24175/24000 ins Visier nehmen.
  • 🟢 Die "Auferstehung" der DAX-Bullen kann nur erfolgen, wenn die von langen Dochten besetzte Wochenhochzone 25300/25360 überbrückt wird.

Viel Erfolg wünscht Rocco

Charts - Pfeillogik:

🔵 BLAUE ROUTE wird favorisiert; hat eine hohe Wahrscheinlichkeit von ca. 60 %
 🟢 GRÜN = best case Verlauf
 🔴 ROT = worst case Verlauf

DAX Chart
DAX Chart 5 Jahre

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

ÖLPREIS (Brent): Widerstand bei 100 USD bleibt entscheidend

Ölpreis (Brent) Tagesausblick für Freitag, 05. Juni: Brent Crude Oil Future rutschte nach dem Scheitern an der wichtigen Hürde bei 100,23 USD am Donnerstag wieder zurück. Dabei wurde auch der Aufwärtstrend der Vortage dynamisch nach unten durchbrochen.

Brent Crude Oil Future scheiterte zuletzt erneut an der Rückeroberung der Marke von 100 USD und bleibt damit anfällig für weitere Schwäche.

Kursstand: 97,19 USD

Intraday Widerstände: 100,23 + 106,49 + 114,33 USD
Intraday Unterstützungen: 92,70 + 87,28 + 81,35 USD

Rückblick

Brent Crude Oil Future rutschte nach dem Scheitern an der wichtigen Hürde bei 100,23 USD am Donnerstag wieder zurück. Dabei wurde auch der Aufwärtstrend der Vortage dynamisch nach unten durchbrochen. Im weiteren Handelsverlauf ließ der Verkaufsdruck jedoch nach, sodass keine unmittelbare Beschleunigung der Abwärtsbewegung folgte.

Charttechnischer Ausblick

Nach der Bestätigung der 100,23 USD als Widerstand bleibt die Gefahr weiterer Abgaben bestehen. Spielraum ist zunächst bis zur Unterstützung bei 92,70 USD vorhanden. Auf Sicht der kommenden Handelstage könnte die Korrektur auch bis 87,28 USD ausgedehnt werden. In diesem Bereich würde sich erneut die Chance auf eine Gegenbewegung bieten. Gelingt Brent hingegen die klare Rückeroberung der 100,23 USD, könnte sich die Erholung bis an den Abwärtstrend der Vorwochen ausdehnen, welcher derzeit im Bereich von 106,49 USD verläuft.

Fazit: Unterhalb von 100,23 USD bleibt das Chartbild kurzfristig angeschlagen. Erst eine nachhaltige Rückkehr über diese Marke würde die Erholungschancen wieder deutlich verbessern.

Chart
Chart 5 Jahre

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

EUR/USD - Der Verpuffungseffekt

EUR/USD-Tagesausblick für Freitag, 5. Juni 2026: Wie gewonnen, so zerronnen: Bei EUR/USD ging es gestern ebenso schnell wieder abwärts, wie es zuvor aufwärtsging. Unterm Strich entstanden daraus keine neuen Signale.

Hoch geflogen, tief gesunken: Der gestrige Ausbruchsversuch von EUR/USD über den EMA200 Tag war erst einmal ein Fail. Folgt heute der nächste Versuch?

Intraday Widerstände: 1,1617 + 1,1625 + 1,1644

Intraday Unterstützungen: 1,1608 + 1,1595 + 1,1587

Rückblick: Nach einem kurzen Auswasch zur Unterseite steig EUR/USD gestern über die erwähnte Abwärtstrendlinie, beließ es aber nicht bei einem Test der 1,1625-USD-Marke, sondern schoss regelrecht nach oben, um die Gewinne nahezu ebenso schnell wieder abzugeben. Schlussendlich verblieb das Währungspaar unter dem EMA200 Tag und keine der beiden Seite hatte unterm Strich etwas gewonnen.

Charttechnischer Ausblick: Der ganz nette Ansatz im Stundenchart wird durch die Tatsache, dass EUR/USD unter den gleitenden Durchschnitten im Tageschart notiert, konterkariert. Die Ausgangslage gleicht damit auch heute einem Münzwurf. Gibt das Währungspaar die flache Aufwärtstrendlinie der vergangenen Tage auf, drohen deutliche Kursverluste. Auf der Oberseite bleibt es dabei, dass EUR/USD bei 1,1660 USD massiv gedeckelt ist. Daran ändert auch der gestrige Kursspike nichts.

Fazit: Der EMA200 im Tageschart deckelt weiter. Ein Bruch der flachen Aufwärtstrendlinie könnte für Verkaufsdruck sorgen.

Chart
Chart 5 Jahre

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

Hohes Short Interest: Gut oder schlecht?

Man erkennt es nicht an den Kursen von Indizes wie dem S&P 500, doch das Short Interest ist hoch. Ist das für den Markt gut oder schlecht?

Bei einzelnen Aktien, bei denen ein Großteil der Aktien für Leerverkäufe genutzt wird, kann es zu explosiven Rallys führen. Obwohl viele Anleger durch die Leerverkäufe die Meinung ausdrücken, dass die Aktie fallen wird, kommt es genau anders. Davon machten Privatanleger 2021 Gebrauch. Unternehmen, die mehr oder weniger bankrott waren, wurden von Privatanlegern gekauft. Der Kursanstieg führte dazu, dass Shortseller ihre Positionen schließen mussten.

Wer seine Shortposition schließen muss, ist gezwungen, zum Marktpreis Aktien zu kaufen. Da dies gleichzeitig sehr viele Anleger wollen, übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Der Kurs der Aktie steigt weiter und weiter. So stieg etwa die Aktie von Gamestop, einst ein Pennystock, auf 100 USD.

Was für einzelne Aktien gilt, gilt auch für den Gesamtmarkt. Das Short Interest des S&P 500 relativ zur Marktkapitalisierung ist so hoch wie lange nicht. Mit etwas mehr als 3 % der Marktkapitalisierung ist das Short Interest nicht vergleichbar mit dem einzelner Aktien. Bei einzelnen Aktien kann es auch über 50 % betragen.

Für den Gesamtmarkt sind 3 % viel. Das bisherige Allzeithoch liegt bei etwas über 4 %. Dieses wurde im Zuge der Finanzkrise erreicht. Anleger verkauften Aktien leer und das stellte sich als gutes Geschäft heraus. Wer in einem Bärenmarkt wie 2008 leerverkauft, kann die Rendite seiner Traderkarriere erzielen.

Hohes Short Interest drückt die Erwartung aus, dass die Kurse fallen werden. Es sollte daher beunruhigen, wenn der Short Interest derzeit hoch ist und weiter steigt. Das Problem an der Sache: Es kann lange Zeit dauern, bis die Kurse tatsächlich fallen. Das Short Interest stieg zwischen 1991 und 1997 deutlich an. Die Kurse fielen nicht. Nach der Asienkrise 1998 gaben Anleger auf und reduzierten ihre Shortpositionen. Sie kapitulierten am Bullenmarkt. Wahrscheinlich war es genau das, was die Endphase der Übertreibung einläutete.

Goldman Sachs sieht das Potenzial für eine Wiederholung. Weiterhin steigende Kurse führen zu Verlusten, bis die Geduld ausgeht und die Shortpositionen geschlossen werden. Dies führt zu einem letzten Rallyschub.

Das Szenario ist nicht von der Hand zu weisen. Einige Sektoren haben wenig mit dem aktuellen Thema KI zu tun. Der Gesundheitssektor weist eine der höchsten Shortquoten seit Jahrzehnten auf. Es befinden sich allerdings auch einige Aktien von Halbleiterherstellern und anderen Tech-Segmenten darunter.

Es gibt auch eine andere Sichtweise. Großanleger beginnen sich abzusichern. Immerhin geht es Verbrauchern immer schlechter. Ohne den Investitionsboom ist die Wirtschaft ausgelaugt und steht kurz vor einem Abschwung.

Beiden Sichtweisen ist etwas abzugewinnen. Beide erwarten allerdings etwas, was wahrscheinlich nicht bald kommt. Weder ist ein Abschwung greifbar, noch wird es bald zu einem Short Squeeze kommen. Das erhöhte Short Interest auf Marktebene hat derzeit keine richtungsentscheidende Bedeutung.

Chart

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

KI nicht anders als frühere technologische Revolutionen?

Geht es nach der Börse, dann ist klar, wie Anleger den Boom einschätzen. Dieser Boom ist anders – diesmal wirklich?

Solange die Kurse steigen, wird darüber debattiert werden, ob der Boom bald endet oder weitergeht. Da jeder Boom früher oder später zu Ende geht, ist die Kernfrage, wann der Boom endet. Im Normalfall folgen technologische Revolutionen einem vorhersehbaren Übertreibungszyklus. Das war vor über 100 Jahren bei der Eisenbahn nicht anders als beim Internet in den 90er Jahren.

Das Beratungsunternehmen Gartner hat vor vielen Jahren das Konzept des Hype-Cycles eingeführt. Es gibt dabei fünf Phasen. Die erste Phase, Innovation, ist der Beginn. Eine Technologie kommt auf den Markt, aber der Anfang ist noch zaghaft. Es dauert, bis die Technologie von der breiteren Masse entdeckt und angenommen wird.

Es folgt die Phase der übertriebenen Erwartungen. Anleger trauen der Technologie alles zu. Ansätze davon gab es bereits. Zeitweise gab es bei Softwareaktien einen Crash, weil Anleger der Meinung waren, dass KI jetzt alles kann. Mit etwas Verzögerung merken Anleger, dass die Technologie nicht unbedingt hält, was sie verspricht. Man ist desillusioniert. In dieser Phase kommt es zum Crash an der Börse.

Mittelfristig folgt die Verbreitung der Technologie, die immer besser wird. Es werden mehr Anwendungen gefunden und sie wird zu einem integralen Bestandteil viele Prozesse. Aus dem Alltag und Unternehmensprozessen ist die Technologie nicht mehr wegzudenken. Geht es um KI, gibt es nicht den einen Hype-Cycle. Unterschiedliche Bereiche befinden sich an unterschiedlichen Stellen des Zyklus.

Laut Hype-Cycle ist Generative AI derzeit im Bereich Desillusionierung. An den Kursen lässt sich das nicht erkennen. Das liegt vermutlich daran, dass agentische KI derzeit die Fantasien weckt. Werden diese Ausführungshilfen reifer, könnte Artificial General Intelligenz für den nächsten Schub an Enthusiasmus sorgen.

Der Hype kann sich lange fortsetzen. Persönlich bin ich nicht überzeugt, dass die einzelnen Anwendungen tatsächlich durch den Prozess der Desillusionierung gehen werden. Die Weiterentwicklung ist so schnell, dass es so scheint, als würde diese Phase übersprungen. Kommt es deswegen nicht zum Crash?

Grundsätzlich gilt: Nein. Was zum Crash führt, ist ja nicht die Nutzlosigkeit der Technologie, sondern zu hohe Investitionen, die irgendwann zu Überkapazitäten führen und im Verhältnis zum Umsatzwachstum einfach zu hoch sind. Das galt beim Ausbau des Internets und bei der Eisenbahn und bisher allem anderen.

Heute gibt es einen wesentlichen Unterschied. Unternehmen, die die Infrastruktur bauen, haben viele Geschäftsbereiche. Sie sind nicht darauf angewiesen, dass die Infrastruktur selbst sofort Profit abwirft. Baut Microsoft ein Rechenzentrum, welches nicht benötigt wird, schreibt das Unternehmen trotzdem noch 100 Mrd. Dollar an Gewinn.

Gründe für frühere Crashs lassen sich nicht direkt auf heute übertragen. Dafür kann es andere Gründe geben. Die Gefahr ist dieses Mal nicht, dass unter den aktuellen Voraussetzungen zu viel investiert wird und sich Unternehmen übernehmen. Davon sind sie weit entfernt. Das Risiko ist, dass sich die Voraussetzungen insgesamt ändern. Man denke an den DeepSeek Selloff Anfang 2025. Plötzlich erschien es möglich, dass man auch ohne gigantische Rechenkapazität große Fortschritte erzielen kann.

Ein radikaler Fortschritt in der Effizienz ist ein Risiko. Es ist das, was über die gesamte Wertschöpfungskette wirkt. Hyperscaler haben hohe Abschreibungen, auch wenn sie noch profitabel sind. Die Dimension der Abschreibungen geht allerdings nicht spurlos an den Kursen vorüber. Noch weniger geht er an Unternehmen wie Nvidia vorbei.

Bis zu einem gewissen Grad lässt sich das auch als Überinvestition definieren. Der Unterschied ist, dass ein technologischer Fortschritt die Infrastruktur obsolet macht. Früher waren es Investitionen in Kapazitäten, die von vornherein niemand benötigte. Das ist bisher nicht der Fall. Der Boom ist diesbezüglich anders. Das Ende wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dennoch nicht anders sein als bei früheren technologischen Revolutionen. Die Gründe für das Ende sind nur andere.

Grafik 1

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

Bitte beachten Sie: Eine Veranlagung in Finanzinstrumente kann zu erheblichen Verlusten führen.

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