Ihr Einstieg in die Welt der Börse

Sie suchen eine Alternative zum Sparbuch mit seinen schmalen Zinsen. Sie möchten sich nicht ausschließlich auf das staatliche Pensionssystem verlassen und auch auf andere Art vorsorgen. Oder Sie möchten sich ganz einfach darüber informieren, was eine Börse eigentlich ist, wie sie funktioniert und welchen Gesetzmäßigkeiten sie folgt. Dann sind Sie im Einsteiger-Bereich genau richtig: Hier erfahren Sie, was jeder Börse-Einsteiger wissen muss. Schließlich ist gute Information die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Investition.

Auch heute bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis der an einer Börse gehandelten Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe. Wie das funktioniert? Der Handel wird nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgeschlossen, sondern von dazu berechtigten Maklern, und die gehandelten Güter sind nicht physisch anwesend. Anleger erledigen also ihre Geschäfte weder vor Ort noch selbst, sondern beauftragen über ihre Bank einen Wertpapier-Händler damit, eine bestimmte Anzahl von Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Oder sie arbeiten mit einem Discount-Broker beim Online-Aktienhandel.

Präsenz- und Computerbörse
Wer kennt nicht die Szenen aus Filmen oder Nachrichten-Sendungen, in denen Bilder vom „Floor“ einer Börse gezeigt werden. Das englische Wort „Floor“, zu Deutsch „Börseparkett“, bezeichnet den Ort, an dem der Börsehandel im Börsegebäude stattfindet. Solche Bilder entsprechen den traditionellen Vorstellungen von einer „Präsenzbörse“, bei der die handelnden Personen, die Händler, vor Ort anwesend sind. Im Gegensatz zur klassischen Parkett- oder Präsenzbörse hat sich die Computerbörse entwickelt, in der die Händler ihre Aufträge (Orders) über vernetzte Handelssysteme eingeben. Heute sind die meisten Börsen der Welt moderne Computerbörsen und keine Präsenzbörsen mehr. Auch der Handel an der Wiener Börse läuft seit vielen Jahren vollelektronisch.

Der Handel mit Erwartungen
An einer Börse werden Erwartungen gehandelt. Aktien eines an der Börse notierten Unternehmens werden in aller Regel erworben, wenn sich der Käufer einen günstigen Geschäftsverlauf dieses Unternehmens erwartet. Oder wenn die Aktien auf Grund verschiedener Umstände gerade sehr billig zu haben sind, aber trotzdem mit einem Aufschwung und so genannten „Gewinnmitnahmen“ gerechnet werden kann. Gehen Aktieninhaber von einer ungünstigen Entwicklung aus, liegt es auf der Hand, dass sie ihre Aktien zum Verkauf anbieten. Börsen gelten daher als Wirtschaftsbarometer, da sie künftige Entwicklungen vorwegnehmen. Sie reagieren generell auf volkswirtschaftliche und politische Veränderungen sehr sensibel.

Warum die Börse so heißt?
Weil sich einst vor dem Haus der belgische Familie Van der Beurse, die in ihrem Wappen eine Geldbörse führte, Händler zum Tausch von Waren trafen. Sie legten dort ihre Anteilscheine zum Verkauf aus und schlugen auf einer Tafel den Preis an. War er zu hoch, fand sich kein Käufer. Gab es einen Interessenten, so bezahlte er dem Händler die gewünschte Summe und bekam im Gegenzug das Wertpapier. Bei starker Nachfrage wurde um eine Aktie gefeilscht und ihr Wert kletterte nach oben. Mangelte es an Interessenten, dann sank der Wert der Aktie.
Daran hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert.

Die erste Aktie
Als Geburtstag der Aktie gilt der 20. März 1602, an dem sich einige kleinere Handelsgesellschaften auf dem Gebiet der heutigen Niederlande und Belgiens zur „Verenigde Ostindische Compagnie“ (VOC) zusammengeschlossen hatten. Die VOC ist die erste Gesellschaft, die alle grundlegenden Eigenschaften einer modernen Aktiengesellschaft aufwies. Ihr Aktien konnten frei gehandelt werden. Die Amsterdamer Hauptniederlassung der VOC war die erste Aktienbörse der Welt. Börsen und Vorläufer der Aktiengesellschaft gab es schon zuvor – allerdings getrennt voneinander. Bereits zwei Jahrhunderte vor der Gründung der VOC fanden sich Kaufleute aus aller Welt vor dem Haus des Bankiers Van der Beurse in Brügge zusammen, um Handel zu treiben. Die regelmäßigen Handelstreffen wurden bald als „Börse“ bezeichnet.

Die Wiener Börse: Tradition und Moderne
Die Wiener Börse wurde 1771 als eine der ersten Börsen der Welt von Maria Theresia gegründet.
Heute ist die Wiener Börse ein kunden- und marktorientiertes Finanzdienstleistungsunternehmen, das modernste Infrastruktur sowie Daten und Informationen zum gesamten Wertpapierhandel in Österreich bereitstellt. Die Wiener Börse ist heute keine Parkettbörse mehr, wo die Händler vor Ort agieren, sondern eine Computerbörse, wo der Handel vollelektronisch abgewickelt wird. Den Kerngeschäftsbereich bildet der Handel am Kassamarkt. Zusätzliche Leistungen umfassen Datenverkauf, Index-Management sowie finanzmarktspezifische Seminare und Lehrgänge.
Zu den vorrangigen Zielen der Wiener Börse zählen der kontinuierliche Einsatz für die Schaffung kapitalmarktfreundlicher Rahmenbedingungen und die stetige Weiterentwicklung der Aktienkultur in Österreich. Sie versteht sich als Motor eines transparenten österreichischen Kapitalmarkts. Darüber hinaus stärkt die Wiener Börse das Interesse für den heimischen Kapitalmarkt bei österreichischen privaten und institutionellen Anlegern ebenso wie bei internationalen Investoren und Handelsteilnehmern.

Der Mechanismus einer Börse ist im Prinzip sehr einfach: Die Börse ist ein Markt, auf dem für Wertpapiere bzw. Waren nach Angebot und Nachfrage Preise gebildet werden. Der Handel an der Börse wird nicht – wie etwa in einer Markthalle – direkt zwischen Käufer und Verkäufer betrieben, sondern von dazu berechtigten Personen, den Händlern.

  • Bedeutung für Anleger: An einer Wertpapierbörse können Anleger jederzeit Wertpapiere kaufen und verkaufen. Der Handel läuft nach bestimmten Regeln ab, die für alle Marktteilnehmer gleich sind. Durch die Börse ist der rasche Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sichergestellt.
  • Bedeutung für Unternehmen: Der Gang an die Börse bringt den Unternehmen zusätzliches Kapital. Dadurch können Investitionen, Forschungen und Markterschließungen finanziert werden. Unternehmen sichern sich so ihre anhaltende Konkurrenzfähigkeit.

Die Börse stärkt die Volkswirtschaft
Die zentrale Aufgabe der Börse besteht darin, Anleger (die Geld langfristig veranlagen wollen) und Unternehmer (die Kapital benötigen, um ihr Unternehmen für die Zukunft zu rüsten) zusammenzubringen. Sie erfüllt damit eine wichtige Funktion für die gesamte Volkswirtschaft. Eine gut funktionierende Börse erleichtert Unternehmen die Investitionstätigkeit und damit auch die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Ein gut funktionierender Kapitalmarkt ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für jede Volkswirtschaft. Wie stark ein Kapitalmarkt in einem Land ist, zeigt unter anderem die so genannte Marktkapitalisierung der jeweiligen Börse.

Darüber hinaus erfüllt die Börse noch weitere Aufgaben

  • Bereitstellung einer Handelsplattform
  • Sicherstellung der Transparenz über Preise und Umsätze
  • Zulassung von Neuemissionen zum Börsehandel
  • Berechnung von Indizes (diese werden als „Stimmungsbarometer” der Börse und Wirtschaft angesehen)

An einer Börse werden viele verschiedene Produkte gehandelt. Ganz wesentlich sind drei Unterscheidungen:

  • Kassamarkt oder Terminmarkt
  • Warenbörse oder Wertpapierbörse
  • Beteiligungspapiere oder Forderungspapiere

Viele Börsen sind ausschließlich Wertpapierbörsen, andere ausschließlich Warenbörsen. In Wien sind alle Bereiche in einer Börse zusammengefasst: Die Wiener Wertpapier-Börse wurde 1876 mit der allgemeinen Warenbörse vereinigt. 1997 wurden der Kassamarkt und der Terminmarkt in ein Unternehmen, die heutige Wiener Börse AG, zusammengeführt. Seit April 2014 werden ausgewählte Terminmarktprodukte nicht mehr an der Wiener Börse sondern an der Eurex® Exchange Frankfurt, einem der weltweit größten Handelsplätze für Derivate, gehandelt.

Kassamarkt und Terminmarkt

  • Am Kassamarkt finden Geschäftsabschluss und Geschäftserfüllung innerhalb kurzer Zeit statt: Man kauft eine Aktie und wird Miteigentümer am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft.
  • Am Terminmarkt erfolgt die Erfüllung eines Geschäftes erst zu einem späteren Zeitpunkt. Durch ein Termingeschäft kennen beide Vertragspartner bereits im Voraus ihren jeweiligen Kauf- und Verkaufskurs und können ihre Geschäfte besser planen. Gegenstand solcher Termingeschäfte können Waren (meist Rohstoffe), aber auch Wertpapiere sein.

Warenbörse und Wertpapierbörse

  • Warenbörsen sind um einige Jahrhunderte älter als Wertpapierbörsen. Ihre Bedeutung für die Preisbildung bei zahlreichen Rohstoffen ist ungebrochen. An der Wiener Börse spielt die Warenbörse allerdings traditionell nur eine untergeordnete Rolle.
  • Wertpapieranleger haben über die Wiener Börse Zugang zu österreichischen Aktien, Anleihen, Futures und Optionen sowie zu so genannten „strukturierten Produkten“ (Zertifikate, Exchange Traded Funds, Investmentfonds und Optionsscheine). Strukturierte Produkte werden von Banken entwickelt („strukturiert“) und bilden die Wertentwicklung der zu Grunde liegenden Investments – wie etwa Aktien, Indizes, Anleihen, Währungen, Rohstoffe, Futures, Optionen oder andere Finanzinstrumente – ab.

Beteiligungspapiere und Forderungspapiere

Die gehandelten Wertpapiere lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:

  • Ein Beteiligungspapier verschafft dem Inhaber ein Eigentumsrecht. Damit ist er am Unternehmen beteiligt – in guten wie in schlechten Zeiten. Chancen auf Wertzuwächse sowie Dividendenzahlungen steht ein Verlustrisiko gegenüber. Das klassische Beteiligungspapier ist die Aktie.
  • Ein Forderungspapier verbrieft das Recht auf Kapitalrückzahlung und Verzinsung. Der Käufer des Wertpapiers überlässt dem Schuldner einen bestimmten Geldbetrag auf bestimmte Zeit. Der Ertrag ist beschränkt, das Risiko hängt von der Bonität des Schuldners ab. Ein typisches Forderungspapier ist die Anleihe. Anleihen werden sowohl von öffentlichen als auch von privaten Schuldnern begeben.

In Kooperation mit der Wiener Börse

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