DAX - Tagesausblick: Mehrtägige Flaggenbildung bisher ungefährlich
Der DAX hielt sich gestern gut an den Fahrplan. Der DAX baute weiter an seiner Flaggenbildung die nach dem "Märchentag"-Montagshoch 25438 einsetzte. Und so geht es heute wahrscheinlich weiter...
BASISWERT - DAX
VDAX NEW: 18,94
Widerstände: ➡️ 25150/25180 + 25390 + 25440 + 25508/25510
Unterstützungen: ➡️ 24941 + 24889 + 24800/24765 + 24690/24635
DAX Rückblick:
Der DAX hielt sich gestern gut an den Fahrplan. Der DAX baute weiter an seiner Flaggenbildung die nach dem "Märchentag"-Montagshoch 25438 einsetzte.
Der DAX kümmerte sich dabei um das untere Gap bei 23941 und beachtete auf der anderen Seite den ausgewiesenen Widerstand bei 25150/25180 (nur als Docht kurzzeitig "ge-peakt").
DAX Prognose:
Der DAX taktet in der Vorbörse in der Nähe des gestrigen Widerstandsbereiches 25150/25180, nämlich bei 25160.
🔵 1) Kommt der DAX auch heute bei 25180 nicht weiter, so kann sich der Handel noch um den Rest der verbliebenen Montagslücke bei 23941 kümmern und die laufende abwärts gerichtete kleine Flaggenbildung ggf. bis 23889 (Schlusskurs-Gapanteil), 23800/23765 (Horizontale) oder 24690 (Pivot S3 & herannahender roter 200-Stunden-Durchschnitt) ausbauen. All dies wäre später noch in neue Wochenhochs über 25438 zu verwandeln.
🟢 2) Jeder Handel über 25180 bringt die Hoffnung ins Spiel, dass die seit Dienstag laufende Flaggenbildung beendet ist und der Versuch gestartet wird, ein neues Wochenhoch über 25438 zu erzielen. Insbesondere ein DAX-Handel über 25390 würde beweisen, dass neue Wochenhochs nur noch eine Frage von Minuten sind. In diesem Zusammenhang könnte dann auch das Allzeithoch bei 25508 zumindest kurzzeitig angepiekt werden. Höher als 25510 handelt der DAX wegen des dort liegenden Pivot R3 heute kaum.
🔴 3) Ein DAX-Trendwechsel zur Unterseite würde weiterhin erst auftreten, wenn der DAX unter 24535 fällt.
DAX SETUPS:
DAX S51: DAX-Kaufchancen tranchiert bei 24945, 24890, 24800 & 24700.
Ziele: 25150, 25390, 25435, 25500 / Stoploss: 24480


Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.
Ölpreis (Brent) Tagesausblick für Freitag, 29. Mai: Die moderate Gegenbewegung am Donnerstag kam bereits vor der Marke von 100,23 USD zum Erliegen. Brent konnte die Verluste nicht aufholen und rutschte im weiteren Verlauf wieder deutlicher ab.
Brent Crude Oil Future scheiterte mit einer Erholung erneut unterhalb der wichtigen 100-USD-Marke und bleibt damit kurzfristig unter Druck.
Kursstand: 94,03 USD
Intraday-Widerstände: 97,00 + 100,23 + 106,49
Intraday-Unterstützungen: 92,70 + 87,28 + 81,35
Rückblick:
Die moderate Gegenbewegung am Donnerstag kam bereits vor der Marke von 100,23 USD zum Erliegen. Brent konnte die Verluste nicht aufholen und rutschte im weiteren Verlauf wieder deutlicher ab. Damit blieb die ehemalige Unterstützung bei 100 USD klar außer Reichweite.
Charttechnischer Ausblick:
Nachdem die 100-USD-Marke als Widerstand bestätigt wurde, erscheint ein weiterer Rückfall in Richtung der Unterstützung bei 87,28 USD wahrscheinlicher. Sollte Brent dieses Niveau erreichen, könnte dort eine Gegenbewegung einsetzen. Darunter würden sich die Verkaufssignale hingegen ausweiten und Abgaben in Richtung 81,35 USD sowie 79,51 USD ermöglichen. Auf der Oberseite stellt bereits der kurzfristige Abwärtstrend im Bereich von 97,00 USD eine relevante Hürde dar. Erst oberhalb von 100,23 USD würde sich das Chartbild wieder aufhellen.
Fazit:
Solange Brent unterhalb der Widerstandszone um 100 USD notiert, bleibt die Abwärtsbewegung dominant. Die Unterstützung bei 87,28 USD rückt zunehmend in den Fokus.


Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.
EUR/USD-Tagesausblick für Freitag, 29. Mai 2026: EUR/USD erholte sich gestern stark, aber ein größeres Kaufsignal fehlt weiterhin. Kann jetzt doch noch ein Boden abgeschlossen werden?
Widerstände: 1,1655 +1,1675 1,1714 + 1,1722
Unterstützungen: 1,1635 + 1,1616 + 1,1588 + 1,1582
EUR/USD zog den Tag über an und erreichte am Abend die Widerstandszone zwischen 1,1655 und 1,1672 USD. Wie schon am Mittwoch drang das Währungspaar kurz in diese Zone ein, prallte aber danach nach unten ab. Aber anders als am Mittwoch lässt sich der Abpraller bisher bullisch einordnen. Die Bewegung seit dem gestrigen Tageshoch könnte ein abc-Muster sein, in dem EUR/USD auf den EMA50 (Stundenchart) aufgesetzt hat. Dort dreht das Währungspaar seit 06.00 Uhr wieder leicht nach oben.
Gelingt EUR/USD ein Ausbruch über 1,1672 USD, dann wäre die Bewegung der letzten Tage eine Bodenbildung. EUR/USD könnte dann zumindest an den Abwärtstrend seit 17. April 2026 bei aktuell 1,1755 USD ansteigen. Sollte EUR/USD aber unter den EMA50 (Stundenbasis) bei aktuell 1,1635 USD abfallen, muss mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung der letzten Tage gerechnet werden. Und innerhalb dieser könnte EUR/USD zunächst auf 1,1616 und später sogar in den Bereich um 1,1582 bis 1,1576 USD abfallen.
Fazit:
EUR/USD versucht wie schon seit Tagen einen Boden auszubilden. Aber wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Bodenbildung etwas besser stehen als am Mittwoch, ist der Boden immer noch nicht vollendet.


Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.
Früher oder später endet jeder Boom. Der aktuelle KI-Boom könnte aber später enden und nicht früher. Dafür ist ein überraschender Umstand verantwortlich.
Für Anleger ist die Dauer des Investitionsbooms von großer Bedeutung. Solange die Investitionen steigen, steigen auch die Kurse. Sie steigen dabei nicht einfach nur, sie steigen bei den entsprechenden Aktien auch schneller als im Marktdurchschnitt. Dies gilt selbst gegenüber z.B. dem S&P 500, ein Index, der inzwischen einen hohen Anteil an Technologiewerten hat.
Die Outperformance der Technologiebörse ist eng mit dem Investitionszyklus korreliert. Wird relativ zur Wirtschaftsleistung mehr in Technologie investiert, steigen die Kurse schneller. Die Outperformance wird immer wieder unterbrochen. Das war nicht nur nach dem Platzen der Internetblase der Fall. Ein ähnliches Muster, wenn auch weniger deutlich ausgeprägt, gab es auch schon früher.
Da die Kurse den Investitionen folgen, ist für Anleger nur ein Punkt wichtig. Wie lange hält der Trend zunehmender Investitionen an? Bisher gehen viele davon aus, dass ein Großteil der Investitionen in diesem Jahr und 2027 stattfinden. Bis 2030 soll sich die Kapazität von Rechenzentren fast verdoppeln.
Diese Schätzungen scheinen einen Aspekt nicht ausreichend zu berücksichtigen. Auch wenn KI nicht mehr wegzudenken ist, die Verbreitung ist weniger weit vorangeschritten, als man meinen könnte. In wenigen Ländern liegt die Durchdringung bei zwei Drittel der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter.
In den meisten Ländern liegt die Nutzerrate noch bei weniger als 40 %. Global nutzen nur etwa ein Fünftel der Erwachsenen KI. Das bedeutet, dass es noch ein enormes Potenzial für eine höhere Durchdringung gibt.
Das gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch Unternehmen. Zwar nutzen bereits über die Hälfte der Großunternehmen KI, aber weniger als ein Drittel der kleineren Unternehmen. Innerhalb der Gruppe, die KI nutzt, wird KI meist für spezifische Prozesse eingesetzt. Die Nutzung von KI in Unternehmen, die Vorreiter sind, kann noch signifikant ansteigen.
KI ist weniger flächendeckend verbreitet als es den Anschein hat. Nicht 100 % der Bevölkerung und Unternehmen werden KI nutzen. Die bisherige Durchdringung ist allerdings so niedrig, dass eine Verdreifachung nicht unrealistisch ist. In diesem Fall dauert der Boom bis 2035. Schneller kann die Infrastruktur nicht gebaut werden.
Deswegen sollte man nicht zu jedem Preis und blind einen ETF auf den Nasdaq kaufen und schon gar nicht sollten es 100 % des Portfolios sein. Ein Boom kann plötzlich enden, selbst wenn die endgültige Durchdringung nicht erreicht ist. Investitionen müssen finanziert werden und ob die Billioneninvestitionen ausreichend Kapital finden, ist ungewiss. Schon jetzt zahlen Unternehmen wie Microsoft nicht mehr weniger an Zinsen als andere Unternehmen, sondern mehr. Geht der Trend weiter, wird der Ausbau der Infrastruktur möglicherweise prohibitiv teuer. Im besten Fall geht der Boom allerdings noch lange weiter.


Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.
Aktien gelten gemeinhin als guter Inflationsschutz. Schließlich können Unternehmen ihre Preise anheben, wenn die Kosten steigen, und verdienen dann auch mehr. Inflation sollte durch höheres Umsatzwachstum ausgeglichen werden. Die Sache hat allerdings einen Haken.
Aktien repräsentieren Eigentum an Unternehmen. Unternehmen haben reale Vermögenswerte, mit denen sie Umsatz erwirtschaften. Umsätze steigen mit der Inflation. Aktien sollten daher ein guter Inflationsschutz sein. Die Teuerung wird direkt über den Umsatz ausgeglichen und Vermögenswerte in Zeiten steigender Preise sind auch kein Fehler. Die Rechnung geht dennoch nicht auf.
Das liegt an den Zinsen. Steigt die Inflation, steigen Leit- und Marktzinsen. Bestes Beispiel ist die Hochinflationsperiode 2021 bis 2023. Zunächst stieg die Inflation, nicht aber der Zins. Erst Anfang 2022 begannen die Zinsen deutlich zu steigen. Just in dem Moment begann eine Korrektur am Aktienmarkt, die sogar zum Bärenmarkt wurde. Mit dem vorläufigen Zinshoch wurde auch das Bärenmarkttief erreicht.
Steigen Marktzinsen (Anleiherenditen) rasch an, korrigiert der Aktienmarkt im Normalfall. Das gilt seit jeher. Manche Korrektur wirkt im langfristigen Chart unbedeutend. Wenn man als Anleger dabei war, wie 2022 oder 2023, weiß man, wie unangenehm es sein kann.
Wieso reagieren Aktien aber auf Inflation und Zinsen so negativ? Aktien sind zwar keine Anleihen, teilen mit Anleihen aber eine Eigenschaft: Duration. Duration kennt man von Anleihen und die Duration beschreibt, wie stark eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Je höher die Duration, desto größer ist die Kursbewegung. Hat eine Anleihe eine Duration von 10, fällt der Kurs, wenn die Rendite um einen Prozentpunkt ansteigt.
Auch Aktien haben eine Art Duration. Der Wert eines Unternehmens ist der abgezinste zukünftige Cashflow. Unternehmen existieren im Idealfall für immer. Meist wachsen kleine und junge Unternehmen eine Zeit lang schnell. Langfristig fällt die Wachstumsrate unter den Zinssatz, der für die Abzinsung verwendet wird. Was ein Unternehmen in 100 Jahren verdient, spielt für die heutige Bewertung keine Rolle. Dennoch gilt, dass die Duration von Aktien sehr, sehr lang ist.
Entsprechend macht es Sinn, dass Anleger Aktien verkaufen, wenn die Zinsen steigen. Will man so etwas wie eine Duration für einen Markt bestimmen, kann man das KGV als eine Duration betrachten. Je höher das KGV und dadurch die Bewertung, desto höher ist die Duration. Anleger gewichten das zukünftige Wachstum höher als den aktuell verfügbaren Cashflow.
Das KGV des US-Marktes ist derzeit sehr hoch. Entsprechend hoch ist die Duration und das Risiko, dass Aktien durch einen Zinsanstieg tief fallen. Vor allem fällt die Bewertung. Es ist kein Zufall, dass Zinsen und KGV stark negativ korreliert sind.
Ob im Jahr 2000, 2006 oder 2018: Stieg der Zins, fiel die Bewertung. Auch wenn Unternehmen über den Umsatz einen Inflationsausgleich haben, so schützt dieser doch nicht vor dem Effekt der Duration. Es lässt sich nur hoffen, dass die Inflation bald zurückgeht und Zinsen nicht wesentlich steigen müssen.


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